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Heinrich Brähler: Eine echte Rarität

23-03-2018

Einen 94-Jährigen trifft man selten, einen 94-Jährigen der körperlich und geistig topfit ist noch seltener. Und ein 94-Jähriger, der täglich an alter Wirkungsstätte noch arbeitet, der ist doch tatsächlich eine Rarität. Heinrich Brähler, der Begründer der Gastwirtschaft „Grashof“ in Kalbach, ist eine solche Rarität.  

Täglich wird der rüstige Herr, der in Mittelkalbach lebt, von seiner Tochter morgens zum „Grashof“ abgeholt.  Im Landhotel nimmt Heinrich Brähler sein zweites Frühstück ein, liest die Zeitung und geht dann eine Etage tiefer, um in den Wirtschaftsräumen die leeren Flaschen wegzuräumen. Ist das erledigt, isst er zu Mittag, anschließend geht es heim zum Mittagsschlaf. Dort trifft er sich nachmittags ab und an mit Freunden, zum „Treffen der Rollator-Gang“, wie Enkel Karsten Klauschke, mittlerweile Geschäftsführer des „Grashofes“, amüsiert berichtet. 

Anhand der Menge des Leergutes, das er vormittags sammelt, sieht Heinrich Brähler, wie viel am Vorabend am „Grashof“ los war. „Das interessiert mich. Auch morgens wenn ich komme, schaue ich immer zuerst auf den Parkplatz. Wenn da viele Autos stehen, weiß ich, dass viele Gäste im Hotel übernachtet haben“, sagt Heinrich Brähler. 

In 94 Jahren sammelt ein Mensch viele Erfahrungen, das ist klar. Heinrich Brähler hat aber sicher mehr erlebt als der Durchschnitts-94-Jährige. Unter anderem deshalb, weil seine Eltern das „Goldene Rad“, das „Rädchen“, in Fuldas Karlstraße betrieben. „30 Hektoliter Bier wurden Ende der 20er, Anfang der 30er Jahre im Monat ausgeschenkt“, berichtet Heinrich Brähler: „Früher gab es ja wöchentlich Geld. Da war freitags die Hölle bei uns los. Und es saßen einige Jahre Knast am Tisch.“ Hermann Brähler, Heinrichs Vater, hatte die Witwe Anna Kern geheiratet. Und diese hatte Sohn Jakob mit in die Ehe gebracht. Jakob Kern, Heinrich Brählers Halbbruder, begründete später das Gasthaus „Bratwurstglöckle“ und gilt als einer der bekanntesten Fuldaer Gastronomen der jüngeren Geschichte.  

Bei all dem Stress im Gasthaus „Goldenes Rad“ blieb den Eltern nicht allzu viel Zeit für die Erziehung der Kinder. Erst wuchs Heinrich bei den Großeltern auf, im Alter von zehn Jahren wurde er dann in einem Internat in Donauwörth, fern der Heimat, untergebracht. Keine schlechte Zeit für den jungen Heinrich, die allerdings abrupt endete. „Im Jahr 1938 hat der Hitler dann alle Internate zugemacht“, erzählt Heinrich. Es folgte ein Feldjahr („da war ich abwechselnd eine Woche beim Bauer und dann eine Woche im Lager“) und schließlich das Einziehen in den Zweiten Weltkrieg. In Russland wurde Heinrich Brähler krank, zog sich Erfrierungen an beiden Füßen zu. Nach dieser Zeit war er dann in Frankreich stationiert, hier blieb Heinrich Brähler noch drei Jahre nach Kriegsende in Gefangenschaft. Erst 1948 kehrte er heim und schaffte von da an im „Goldenen Rad“ mit. Dort arbeitete Elfriede Burkhard, aus Mittelkalbach-Grashof stammend, mittlerweile als Dienstmädchen. Die beiden lernten sich kennen und lieben. Schon 1949 wurde geheiratet.

Die knappe freie Zeit abseits der Gaststätte in Fulda verbrachte das junge Paar gerne am Grashof, der Heimat der jungen Frau Brähler. „Mein Schwiegervater hat mir immer erzählt, dass viele Frankfurter an den Grashof kommen, weil hier die Luft so gut ist“, erinnert sich Heinrich Brähler. Und so reiften so nach und nach die Pläne, am Grashof einen eigenen Gastronomiebetrieb zu errichten. Lange Zeit stellten sich die Behörden quer, Elfriede Brähler musste bis zum Regierungspräsidium nach Kassel gehen, ehe die Genehmigung erteilt wurde. Im Jahr 1962 konnte dann am Grashof der gleichnamige Gasthof eröffnet werden. Vier Jahre lang pendelten die Brählers zwischen Fulda und Kalbach, zwischen „Rädchen“ und „Grashof“. Dann starb im Jahr 1966 Heinrichs Vater, das „Goldene Rad“ in Fulda wurde aufgegeben.  Seine Mutter zog zu Sohn Jakob und half ihm bei der Arbeit im „Bratwurstglöckle“.

Die Brählers indes konzentrierten sich auf die Arbeit im „Grashof“. Und immer wieder wurde an- und ausgebaut, Heinrich Brähler ruhte nicht. „1965 haben wir die Zimmer errichtet. 1970 kamen Tagungsraum und Küche dran, 1982 wurde die Kegelbahn gebaut.“  Im Jahr 1990 übergaben die Brählers den Betrieb an Tochter Annemarie und Schwiegersohn Ulf Klauschke. Die hatten bis dato erfolgreich die Gaststätte Ebert in Mittelkalbach betrieben.

Mittlerweile führen Karsten und Astrid Klauschke den Familienbetrieb in dritter Generation. „Irgendwie haben wir immer irgendwas renoviert, erweitert oder modernisiert“, sagt Annemarie Klauschke. Mittlerweile verfügt das Landhotel über 36 Zimmer, Tagungsräume, eine florierende Gastronomie mit Restaurant, Bar und Biergarten sowie einer gemütlichen Landhosauna. „Wir wollen stets innovativ sein“, sagt Karsten Klauschke und nennt als Beispiel die E-Tankstelle oder das Wochenende, an dem man Tesla-Autos Probe fahren kann. 

Opa Heinrich, der vor fünf Jahren seine Gattin Elfriede verlor und diese sehr vermisst, beobachtet mit viel Wohlwollen die Entwicklung seines „Grashofes“. „Meine Nachkommen machen das sehr gut. Das freut mich sehr.“ Und Enkel Karsten ist froh, dass der Opa noch jeden Tag kommt und auch stark seine Meinung vertritt. Eine solche Konstellation ist schon außergewöhnlich. Eine echte Rarität eben. 

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